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Strategiebericht 2025

2025 stand im Zeichen der Konsolidierung, Verdichtung und strategischen Weiterentwicklung der Tourismusstrategie Vorarlberg 2030. Neben 
der Umsetzung zentraler Projekte lag ein besonderer Fokus auf klaren Rollen, wirksamer Zusammenarbeit und langfristiger Orientierung 
im Tourismussystem. Eine zentrale Aufgabe blieb dabei die Vernetzung der unterschiedlichen Stakeholder. Austausch, 
voneinander Lernen und gemeinsame Entwicklung sind wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Wirkung der Strategie.

Jahresrückblick 2025

Vorarlberger Tourismusstrategie 2030

Qualität, Gastgeben und Vernetzung

Der Vorarlberger Tourismuspreis sowie das Netzwerk Gastgeben auf Vorarlberger Art machten auch 2025 wieder Betriebe und Organisationen sichtbar, die Tourismus als Teil des Lebensraums verstehen und aktiv gestalten. Die Formate boten Raum für Begegnung, gegenseitiges Lernen und Inspiration. Sie stärkten zugleich das gemeinsame Verständnis von Qualität, Haltung und regionaler Wertschöpfung.

Kulinarik, kulinarisches Erbe und Wissensaufbau

Vorarlbergs Köch:innen und Gastronom:innen konnten erneut zahlreiche Auszeichnungen erringen. Besonders sichtbar wurde dies mit der Rückkehr des Guide Michelin, der die internationale Bedeutung der Vorarlberger Kulinarik unterstrich. Parallel wurde weiter an der alpinen Kulinarikmarke Vorarlberg gearbeitet.
Mit dem Genuss Festival Alpen wurde eine Kooperation geschlossen. Das Projekt Kulinarisches Erbe erreichte nach intensiver Forschungsarbeit seine Endphase. Der Food Campus St. Arbogast vermittelte die Werte und Besonderheiten der Vorarlberger Kulinarik einem breiten Publikum und fungierte als Ort des Austauschs und der Wissensvermittlung.

Schweinsfilet mit Kellerbierjus cremiger Riebelpolenta Blattspinat und Senfkaviar mit Kellerbier c Angela Lamprecht Vorarlberg Tourismus 1200x1800 - Strategiebericht 2025
Sterneküche Rote Wand Lech c Jessica Lerchenmueller Vorarlberg Tourismus 1200x1800 - Strategiebericht 2025

WKV-Projekte: Arbeitskräfte, Qualität und Kulinarik

Die Strategieprojekte der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) setzten 2025 zentrale Impulse in den Bereichen Arbeitskräfte, Qualität, Prestige von Tourismusberufen und Kulinarik. Ziel war es, die Attraktivität touristischer Berufe zu stärken, Qualitätsbewusstsein sichtbar zu machen und junge Menschen für eine Zukunft im Tourismus zu begeistern. Ein wichtiger Baustein ist das Gütesiegel „Top Tourismus Jobs Vorarlberg“. Es gilt als klares Zeichen für gute Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und zeitgemäße Unternehmenskultur. Mit zwei weiteren Zertifizierungsrunden wurde das Siegel 2025 bereits zum fünften Mal an ausgezeichnete Arbeitgeber:innen im Tourismus verliehen. 

Die Tourismuswoche unter dem Motto „Eine Woche im Zeichen des Gastgebens auf Vorarlberger Art“ im November verband Qualität in Ausbildung und Praxis mit öffentlicher Anerkennung. Die Veranstaltungsreihe bot bereits zum vierten Mal eine Plattform für Stakeholder, Unternehmer:innen und Jugendliche. Die Young Chefs Unplugged Edition 2025 brachte junge, kochbegeisterte Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nach Vorarlberg und vermittelte Begeisterung für das kulinarische Handwerk, regionale Produkte und die Vorarlberger Küche.

In der Kulinarik entwickelte die WKV ihr Leitprodukt Xinis weiter. Die Eventserie „Vorarlberg isst on Tour“ hatte als Ziel, die Xinis im ganzen Land erlebbar und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Veranstaltungen trugen dazu bei, kulinarische Qualität, regionale Identität und Genusskultur weiter zu verankern.

Innovation und Reallabor

Gemeinsam mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der von Prof. Dr. Harald Pechlaner gegründeten School of Transformation and Sustainability wurden in Kooperation mit Vorarlberg Tourismus und den Destinationen sechs Reallabore durchgeführt. Sie setzten sich mit unterschiedlichen Formen von Transformation und mit Zukunftsfragen des Tourismus in den Regionen auseinander. Das Reallabor Vorarlberg versteht sich damit als Zukunftswerkstatt zwischen Forschung, Praxis und strategischer Weiterentwicklung und präsentiert im Frühling 2026 seine Ergebnisse im Rahmen eines Symposiums.

Freizeit, Tourismusakzeptanz und Datahub Vorarlberg

Die V-CARD wurde gezielt als Instrument der Freizeitkommunikation weiterentwickelt – mit neuen Partnerbetrieben, einer digitalen Karte für das Smartphone und neuen Funktionen auf der Webseite. 22.500 mal wurde die V-CARD 2025 verkauft. Einheimische profitieren mit der Freizeitkarte von der hohen Erlebnis- und Lebensraumqualität Vorarlbergs. 

2025 präsentierte die Statistik Austria erstmals die Ergebnisse der Tourismusakzeptanzmessung: Insgesamt steht die österreichische Bevölkerung dem Tourismus positiv gegenüber und bewertet ihn als wichtigen Wirtschaftszweig. Eine Studie zum Freizeit- und Naherholungstourismus in Zusammenarbeit mit der Hochschule St. Gallen analysierte die Bedeutung von Tagesgästen in Vorarlberg. 

Im Projekt Datahub Vorarlberg wird dieser Erkenntnisprozess prototypisch weitergeführt. Ziel ist es, den Weg von Fragestellungen über Datenanalyse bis hin zu einem gezielteren Einsatz von Marketing- und Steuerungsinstrumenten systematisch abzubilden und damit datenbasierte Entscheidungen zu stärken.

Frühmorgens auf dem Elsenkopf in Damüls c Robert Bohnke Damüls Faschina Tourismus 1200x1800 - Strategiebericht 2025
EuroVelo15 Gruppe c Land Vorarlberg Bernd Hofmeister c Bernd Hofmeister Land Vorarlberg 1800x1200 - Strategiebericht 2025

Bike, Mobilität und Tourismusdaten

Mit der EuroVelo 15 verläuft 2025 erstmals eine europäische Radroute durch Vorarlberg. Neue Gravelbike-Routen, eine Kulturradroute sowie zusätzliche Streckenfreigaben erweiterten das landesweite Angebot. Beim Cycle Summit präsentierte sich Vorarlberg in Kooperation mit der Internationalen Bodensee Tourismus und Bodensee-Vorarlberg Tourismus einem internationalen Fachpublikum von Radreiseveranstaltern. Zwei Pre-Touren führten Teilnehmer:innen nach Vorarlberg.
Der Bike-Kodex unterstützt ein respektvolles Miteinander auf den Wegen. Der Mountainbike-Leitfaden vermittelt praxisnahes Know-how von der Projektidee bis zur Umsetzung. Die Sommerfachexkursion zeigte niederschwellige Zugänge zum Biken auf und brachte erste konkrete Impulse für Projekte im Land.

Im Bereich Gästemobilität wurden weitere Meilensteine erreicht: Nach der Alpenregion setzte nun auch die Region Bodensee-Vorarlberg das Projekt „Mobilität für alle Gäste“ um und ermöglicht Nächtigungsgästen einen inkludierten Zugang zu Bus und Bahn in ganz Vorarlberg. Und damit stellen sie sich auf neue Bedürfnisse von Gästen ein: Im Gästeverhalten zeigt sich ein deutlicher Trend zur verstärkten Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine wichtige Grundlage dafür liefert T-MONA, der Tourismusmonitor Austria. Er wurde 2025 neu aufgesetzt und bleibt die zentrale österreichweite Gästebefragung. Ergänzend dazu wurde der Tourismusnavigator Vorarlberg ausgebaut und die systematische Arbeit mit Daten, ihre Analyse und verständliche Vermittlung als zentrale Kompetenz gestärkt. Diese Logik setzt sich im Projekt Datahub Vorarlberg fort: Im Mittelpunkt stehen das Verstehen von Daten und das Bearbeiten von Frage-stellungen auf Basis dieser Daten, mit dem Ziel, bessere Entscheidungen zu ermöglichen.

Nachhaltigkeit

Die Arbeit im Thema Nachhaltigkeit war 2025 stark von Vernetzung und Kooperation geprägt. Destinationen wurden in Workshops begleitet und unterstützt. In Vorarlberg fand der Sustainable Tourism in Austria Summit statt, die zweitgrößte Veranstaltung der Österreich Werbung. Der Kongress und begleitende Pressereisen sorgten für internationale Sichtbarkeit. Am Vorarlberg Abend erlebten die Teilnehmer:innen Gastgeben auf Vorarlberger Art.
In einer bundesweiten Best-Practice-Publikation war Vorarlberg mit acht Projekten vertreten. 
Auf europäischer Ebene engagierte sich Vorarlberg unter anderem in den Projekten „D3HUB – Climate Change Mitigation“ und der „Twinning Journey“. 

International war Vorarlberg Teil der „Good Travel Alliance“, in der vier Vorarlberger Erlebnisse zu den weltweit ersten 100 zertifizierten nachhaltigen Reiseerlebnissen zählten. Einen besonderen Meilenstein erreichte Montafon Tourismus mit der Zertifizierung der gesamten Region mit dem Österreichischen Umweltzeichen.

Gaschurn Partenen im Winter c Stefan Kothner Montafon Tourismus GmbH 1800x1200 - Strategiebericht 2025
Medieninfo Framework 2025 c Vorarlberg Tourismus - Strategiebericht 2025

Digitale Services, V-Cloud und Framework

Die V-Cloud wurde als zentraler Content-Hub weiter ausgebaut: Neue Inhaltstypen, Quellsysteme und Ausgabekanäle erweitern die Nutzungsmöglichkeiten. Mittlerweile versorgt die V-Cloud Gäste-Info-Apps für hunderte Vorarlberger Gastgeber und spielt Inhalte an Websites, Karten- und Tourenportale, Smart-City-Anwendungen und digitale Freizeitplaner aus. Allein die V-Cloud-Widgets generieren zusammen rund 500.000 Aufrufe pro Monat auf Websites von Vorarlberger Tourismusorganisationen und -betrieben.

Mit dem Pilotprojekt „Framework Vorarlberg“ schufen Montafon Tourismus, Alpenregion Bludenz Tourismus und Vorarlberg Tourismus eine gemeinsame technische Grundlage für Destinationswebsites. Die tiefe Integration der V-Cloud in das Content Management reduzierte die Kosten für die Anbindung von Schnittstellen sowie den fortlaufenden Aufwand für die Pflege der Inhalte. 

Durch die Verknüpfung von Inhalten aus unterschiedlichen Systemen inkl. Live-Informationen konnte außerdem ein qualitativer Mehrwert für Website-Nutzer erzielt werden. Die neuen Websites von Montafon und der Alpenregion Vorarlberg sind bereits online.

Zusätzlich wurden weitere Shared Services entwickelt und verbessert. Dazu zählen eine neue Suchfunktion, ein Collection-Widget für redaktionelle Listicles, erweiterte Filterfunktionen für alle V-Cloud-Widgets, eine Kalenderansicht für das Event-Widget sowie ein Pilot eines App-Baukastens für die effiziente Erstellung individueller mobiler Anwendungen auf Basis von V-Cloud-Inhalten.

Marketing und Kommunikation

Im Jahr 2025 hat Vorarlberg Tourismus seine Marketing- und Kommunikationsstrategie konsequent auf die Stärkung der regionalen Fokusthemen sowie auf die digitale Sichtbarkeit ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Kulinarik, Kultur, nachhaltige Mobilität und Outdoor-Erlebnisse wie Golf, Bike und Wandern. Durch gezielte Content-Produktion, innovative Kampagnen und die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, der Österreich Werbung sowie internationalen Netzwerken konnte die Positionierung Vorarlbergs als qualitätsvolle und nachhaltige Tourismusdestination weiter gefestigt werden. Besonders hervorzuheben sind die erfolgreichen Kooperationen im Bereich Kulinarik, die verstärkte Präsenz auf internationalen Märkten sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Kommunikationskanäle.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Ausbau der B2B-Kommunkation, u.a. durch regelmäßige Newsletter mit hohen Öffnungsraten, aktuelle Informationen über LinkedIn sowie digitale Austauschformate für Partner und Stakeholder. Die Teilnahme an Messen und Brachenevents sowie die Umsetzung zahlreicher Presse- und Influencerreisen trugen maßgeblich dazu bei, die Attraktivität Vorarlbergs für unterschiedliche Zielgruppen zu steigern. Insgesamt spiegeln die Aktivitäten des Jahres 2025 eine klare strategische Ausrichtung wider, die auf Qualität, Innovation und nachhaltige Entwicklung setzt.

vorarlberg museum Bregenz c Mira Zielbauer Vorarlberg Tourismus 1800x1012 - Strategiebericht 2025

Weiterentwicklung der Strategie

2025 wurde die Tourismusstrategie inhaltlich verdichtet und organisatorisch weiterentwickelt. Governance, Aufgabenteilung und strategische Hebel zwischen Land, Wirtschaftskammer, Vorarlberg Tourismus und Destinationen wurden präzisiert. Ziel ist mehr Klarheit, Verbindlichkeit und Wirkung in der Umsetzung.

Ausblick

Die Tourismusstrategie Vorarlberg 2030 wird als lernendes Instrument weitergeführt, mit dem gemeinsamen Ziel, Tourismus als Beitrag zu einem lebenswerten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Vorarlberg zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus in Vorarlberg zu gewährleisten.

Lebensart

Indem wir mittels unserer Lebenskultur besondere Erlebnisse auf Vorarlberger Art und  Differenzierung im Markt ermöglichen


Wer in Vorarlberg zu Gast ist, taucht als Einheimischer auf Zeit in unsere Lebenskultur ein. Eine Beschreibung dieses spezifischen Selbstverständnisses findet sich in der Standortmarke Vorarlberg. Diese definiert sich über die Begriffe „chancenreicher Lebensraum“ und damit verbundener Grundprinzipien, die in der nebenstehenden Grafik auf den Tourismus angewandt werden.

 

KontrastprinzipFairness- & Toleranzprinzip

Wir sind überraschend anders.

Wir agieren ganzheitlich nachhaltig.

Chancenprinzip

Kinderprinzip

Wir schaffen und gestalten Chancen-Räume

Wir bleiben entdeckerisch neugierig.

Lebensraum

Indem wir unsere natürlichen Gegebenheiten vor Ort weiterhin als touristisches Fundament verstehen.


Die meisten Imagezuschreibungen sowie Hauptentscheidungsgründe für einen Urlaub oder Besuch in Vorarlberg haben mit der schönen und authentischen Vorarlberger Natur und Landschaft zu tun.

Was haben unsere Gäste davon?

  • Diese Gegebenheiten vor Ort ermöglichen eine reiche Vielfalt an Aktivitäten in den Bergen, Tälern und Seen, wobei Skifahren, Wandern und zunehmend auch das Radfahren zu den Hauptaktivitäten zählen.
  • Gäste profitieren von einem weiterhin nachhaltigen Ausbau eines ganzjährigen Qualitätstourismus mit einer gesunden Balance zwischen einem hochwertigen Angebot inklusive Kultur und Architektur sowie einer hohen Umwelt- und Landschaftsqualität.
  • Die im Sommer liegenden Potenziale sollen stärker genutzt und das vielfältige touristische Angebot im Winter auf hohem Niveau gehalten bzw. weiterentwickelt werden.

Manufakturen

Indem wir als Manufakturen für das gute Leben touristische Kernleistungen mit dem Streben nach Exzellenz erbringen.


Unsere Manufakturen bieten exzellente Könnerschaft und kreative Gestaltungskraft. Der Begriff „Manufaktur“ verweist dabei auf seine ursprüngliche Bedeutung einer speziellen handwerklichen, oft gemeinsamen Kunstfertigkeit im Sinne einer qualitativen Ausrichtung, unter anderem in Abgrenzung zu einem industriellen Verständnis im Sinne eines Massentourismus. Damit verstehen sich touristische Leistungserbringer wie Betriebe, Tourismusorganisationen, Gemeinden und Regionen als Manufakturen für das gute Leben und weder als Einzelkämpfer noch als industrielle Massenanbieter.

Was haben unsere Gäste davon?

  • Die Gastfreundschaft in Vorarlberg zeigt sich im offenen, freundlichen, selbstbewussten Umgang der Gastgeber:innen mit ihren Gästen. Jede:r spürt, dass er:sie willkommen ist.
  • Echte Profis bieten authentische Produkte und Dienstleistungen an. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind engagierte, begeisterte Mitarbeiter:innen und Unternehmer:innen sowie eine positive Tourismusgesinnung und gastfreundliche Haltung aller Vorarlberger:innen. 
  • Dadurch sollen Gäste das Land Vorarlberg bei jedem Besuch stets neu als Maßstab für Qualität, authentische Gastfreundschaft, regionale Genusskultur und nachhaltigen Tourismus erleben.

Was tragen Manufakturen zur Strategie bei?

  • Stärkung der authentischen Gastfreundschaft sowie der weltoffenen Regionalität im Tourismus. 
  • Förderung integrativer und  nachhaltiger Konzepte und regionaler Wertschöpfungsketten durch faire Kooperationen. 
  • Gestaltung von Natur-, Kultur- und Bewegungsräumen sowie Orten des kulinarischen Genusses zur eigenen Entfaltung.